Persönliche Lebensqualität

Die stiftung lebensqualität befasst sich mit der individuellen Lebensqualität der Menschen. Lebensqualität ist das, was sie für den jeweiligen Menschen ist - und nichts anderes. Darum sammelt die stiftung Aussagen von Menschen - spontan - authentisch - augenblick-bezogen.

 

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Dass wir hier sitzen und uns über Lebensqualität unterhalten, und nicht auf die Jagd nach der nächsten Mahlzeit gehen müssen, ist bereits ein Zeichen dafür, dass unsere Lebensqualität hoch ist. An der Oberfläche sind es einfache Dinge, welche Lebensqualität ausmachen, wie saubere Luft und sauberes Wasser, das ist in New York nicht selbstverständlich. Ein gutes Kulturangebot ist mir auch wichtig, zum Beispiel gehe ich gern in die Oper. Wenn ich länger darüber nachdenke, dann komme ich drauf, dass Lebensqualität von der Möglichkeit kommt, seinen Traum verwirklichen zu können, und zwar unabhängig von seiner Herkunft.

Aly Cha, Oktober 2011
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Ich muss mich frei fühlen. Freiheit ist für mich entscheidend. Ich meine nicht Freiheit im Sinne, dass man nicht gebunden sein darf, sondern die Freiheit im Geist. Ich habe eine Freundin und sorge mich um sie, aber dadurch geht meine Freiheit nicht verloren. Dass man sich frei fühlt, das zu machen, was man will. Freiheit gibt einem ein Wohlgefühl mit einem selbst. Man spürt ein inneres Gleichgewicht. Menschen, die das vorleben inspirieren mich.

Olivier Schneller, Juli 2011
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Persönliche Lebensqualität für mich, kann ich mit dem Begriff Integration zusammenfassen. Ich möchte eine Balance herstellen zwischen meinen ganz intimen Ansprüchen, meinen sozialen und familialen Ansprüchen. Es geht darum, diese integrieren zu können und nicht wählen zu müssen. Dass ich als Vater oder Ehemann nicht eine ganz andere Rolle spielen muss, als in der Rolle des Vorgesetzten im Institut. Ich möchte nicht in unterschiedlichen Rollen unterschiedliche Personen sein. Ich möchte nicht in unterschiedlichen Situationen einen ganz anderen Hut aufhaben müssen. Joseph Beuys hat das gut vorgelebt: Er hat immer den selben Hut getragen.

Theo Wehner, Februar 2011
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Das zu machen, was für mich und das Umfeld am meisten stimmt. Für mich ist wichtig, möglichst frei von äußeren Zwängen zu sein. Es hat mit Menschen zu tun. Wichtig für meine Lebensqualität ist, dass ich in der Gemeinschaft von Menschen bin, die mir lieb sind.

Christian Müller, Januar 2011
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Lebensqualität ist, mit der Katze zu kuscheln.

Vera, April 2010
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Ich bin gern mit Frauen zusammen, mag schnelle Autos und esse gerne in teuren Restaurants. Ich liebe diese Sachen und fühle mich darin zu Hause. Je älter ich werde, desto mehr entwickelt sich jedoch Lebensqualität hin zum Wunsch nach Erlebnistiefe. Ich spüre immer deutlicher, was ich eigentlich wirklich will. Manchmal ist es auch heute noch ein teures Restaurant. Wer das ganz ausklammert, ist für mich genauso ein armer Tropf wie jemand, der da hängen bleibt. Lebensqualität ist die Identität mit dem, was für mich anliegt. Das ist schwierig zu definieren, weil jetzt für mich ganz andere Dinge in den Vordergrund rücken. Mein Sohn ist dieses Jahr im Alter von 22 Jahren unerwartet gestorben. Ich möchte, dass er als strahlender Held und genialer Anwalt weiter lebt. Meine Lebensqualität besteht nun darin, herauszufinden, was sein Tod für mich bedeutet und dass ich versuche, damit umzugehen und daraus zu lernen. Lernen ist auch Lebensqualität.

Enno Schmidt, März 2010
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Viele Leute verwechseln Lebensqualität mit dem materiellen Lebensstandard. Es geht ihnen darum, was sie besitzen. Für mich sind die immateriellen Dinge die Basis der Lebensqualität: Liebe, Kooperation, Freude an der Arbeit und Kontakt mit der Natur. Für viele ist der materielle Konsum eine versuchte Kompensation für das, was ihnen auf der immateriellen Ebene fehlt. Lebensqualität ist nicht außen, sondern innen zu finden.

Joan Davis, Januar 2010
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Für mich spielt die Schönheit der Welt eine wichtige Rolle; ebenso wie der Umgang mit Menschen. Weiters sind mir intellektuelle Prozesse wichtig, da ich Mathematiker bin. Ich freue mich, wenn ich etwas entdecke, das mir wie Schuppen von den Augen fällt. Ich fühle mich wohl, wenn ich einen Beitrag leisten kann, damit es allen Menschen auf unserem Globus gut geht.

Prof. Franz Josef Radermacher, April 2009
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Lebensqualität bedeutet für mich, dass ich so leben kann, wie es meinem Wesen entspricht! In den vergangenen Jahren wurde ich geprägt von der Lehre des Psychologen Graf Dürckheim. Sein Weltbild besagt, dass wir Menschen dazu geschaffen sind, damit sich in uns Himmel und Erde vereinigen. Die Gottesgeburt in uns passiert bei jedem in seiner eigenen Art. Ich lebe ein Leben, das für mich stimmt: Dazu gehört auch das Gefühl von Stimmigkeit in meiner Tätigkeit. Wenn ich Gottesdienste gestalte, wird das Göttliche spürbar und bleibt trotzdem Geheimnis. Dies im Ritual mit anderen Menschen zu feiern, entspricht mir, und darin habe ich eine Begabung. Oder in Gesprächen mit Menschen, wo es darum geht, gemeinsam das Göttliche oder eine Ahnung davon zu spüren, erlebe ich mich als identisch mit mir. Das macht für mich Lebensqualität aus. Bei einigen Menschen beobachte ich eine Entfremdung von sich selbst. Sie leben nach den Werten, die von der öffentlichen Meinung vorgegeben sind. Dazu gehören: Karriere machen, Erfolg haben, Reichtum erlangen. Das kann eine Sogkraft haben und zu Stress führen. Dann fällt es schwer, sich zu spüren.

Pater Josef Regli, März 2009
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Es ist ganz einfach. Seine Talente und eigene Besonderheit leben zu können. Ein Wort dafür ist die innere Leidenschaft. Wenn man diese leben kann, ist man zufrieden. Dann regelt sich das Leben in allen Lebensbereichen. Das populäre Konzept von Work-Life-Balance ist für mich ein Gräuel und bedeutet Stress. Das Wort Balance impliziert, dass man wie ein Seiltänzer auf einem Seil ist und alle Bereiche seines Lebens balancieren muss. Das ist anstrengend. Wenn man seine innere Stimme hört, seinen inneren Weg geht und seiner inneren Leidenschaft folgt, dann braucht man nicht zu balancieren. Alle Lebensbereiche kommen automatisch in die gewünschte Balance. Diese Leidenschaft auszuleben ist für mich Lebensqualität.

Peter König, Februar 2009
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Spontan, in zwei Worten: Zeit haben; das Leben so gestalten können, dass es Sinn macht, dass ich das Gefühl habe, ein anständiges Leben zu führen.

René Vögtli, Januar 2009
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Das zu machen, was ich will, wann ich will, wo ich will und wie ich will! Und genug Geld für die verdammten Rechnungen zu haben. Das klingt ein bisschen utopisch, aber es ist eine einfache Antwort auf deine Frage. Aber diese Unabhängigkeit genieße ich! Das Leben sollte doch in den Momenten genossen werden, in denen es möglich ist. Für mich ist Lebensqualität keine Frage der Größe meines Autos oder meiner Wohnung.

Bob Gault, April 2008
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Meine Familie, Velo fahren, Uhren konstruieren oder die Zeit, in der ich morgens von sechs bis sieben in meinem Garten bin. Da herrscht eine angenehme Ruhe und ich bin allein mit den Vögeln und den Schnecken. Ja, die Schnecken gehören auch dazu. Die sind kleine Wunderwerke. Versuch doch einmal eine zu machen, das wird dir nicht gelingen. Deshalb darf man sie nicht töten. Natürlich fressen sie meinen Salat. Aus diesem Grund pflanze ich zwanzig Salatköpfe – fünf für die Schnecken, fünfzehn für mich.

Miki Eleta, März 2008
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Seit wir den Interviewtermin vereinbart haben, hatte ich etwas Zeit zum Nachdenken, und ich bin auf vier Punkte gestoßen: Erstens akzeptiere ich jeden Moment meines Lebens vollständig. Das führt dazu, dass die glücklichen Erlebnisse glücklicher sind und die traurigen einfacher zu verarbeiten sind – und zu einem fruchtbaren Ergebnis führen. Beim zweiten Punkt geht es um Mitgefühl: Zunächst gehe ich mit mir selbst mitfühlend um – besonders in schmerzhaften Situationen. Aber ich begegne auch anderen anteilnehmend. Diese reagieren normalerweise mit freundlichen Gefühlen. Aber ich bin mitfühlend, ohne auf diese Belohnung aus zu sein. Das Geben ist die Belohnung. Drittens erlebe ich Lebensqualität, wenn ich mich mit anderen Menschen verbunden fühle: Was immer ich mache, wird dadurch sinnvoll. Der vierte Punkt ist meine Überzeugung, dass das Leben sich immer erneuern will – und dies geschieht natürlich außerhalb meiner bewussten Kontrolle.

Stephen Schoen, Februar 2008
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Ich interessiere mich für sehr viele verschiedene Dinge! Deshalb fühle ich mich gut, wenn der Mix stimmt; wenn ein Lebensbereich über längere Zeit zu viel Raum einnimmt, dann geht es mir schlecht. Es muss ausgewogen sein.

Nadja Schnetzler, Januar 2008
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Das Leben so weit wie möglich aus eigenem Antrieb gestalten zu können und dabei so weit wie nötig von anderen Menschen unterstützt zu werden.

Pfarrer Dr. Dierk Starnitzke, April 2007